Biomedizinische Technik an Instituten

Biomedizinische Technik entwickelt technische Lösungen für den Bereich der Medizin und verbindet dabei interdisziplinär ingenieurstechnische Erkenntnisse mit denen aus biologischen Wissenschaften und Medizin. Sie zählt zu den Schlüsseltechnologien mit international sehr hohem Innovationsdruck und hat sowohl wissenschaftlich als auch volkswirtschaftlich eine sehr hohe Bedeutung.

Fünf Aufgabenkomplexe lassen sich für die biomedizinische Technik eingrenzen:

-verbesserte Therapien bei geringerer Patientenbelastung
-Ersatz von Organen (Tissue Engineering)
-höhere Wirtschaftlichkeit
-verbesserte Diagnostik
-verbesserte Kommunikation

BiotechnologieZur Bewältigung dieser Aufgabenkomplexe fokussiert die biomedizinische Technik auf Themenfelder, die jeweils eine hohe Spezialisierung erfordern. Das sind biomedizinische Geräte und Instrumente, Biosensoren und Bioinformatik, biomedizinische Optik, physiologische Modellierung, Tissue-Engineering und Prothesen, medizinische Bildgebung und Signalverarbeitung, klinische Überwachung, Wirkstoff-Transportsysteme, Systembiologie, Biomaterialien und Biomechanik, Bioströmungsmechanik sowie Mikro- und Nano-Anwendungen. Die biomedizinische Technik stellt Produkte her, wartet und kalibriert sie und schult permanent das mit den Geräten arbeitende medizinische Personal. Die Verzahnung zwischen Herstellern und Anwendern ist daher sehr hoch, den sich ergebenden Dienstleistungen kommt eine ebenso große Relevanz zu wie der Herstellung der Produkte. Diese lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen.

a) Biomedizinische Investitionsgüter

Das sind Systeme, Geräte und Instrumente, die in Krankenhaus und Arztpraxis eingesetzt werden, wie Narkose- und Inhalationsgeräte, medizinische Versorgungseinheiten und Operationsmobiliar, chirurgische Instrumente, Endoskope, Mikroskope, Sensoren, Sterilisatoren, Geräte für Augenheilkunde, Dialysemaschinen und Herz-Lungenmaschinen.

b) Verbrauchs- und Gebrauchsgüter

Das sind Pflaster, Verbandmittel, medizinische Hilfsmittel zur Wund- oder Inkontinenzversorgung, Kompressionsstrümpfe, Katheter, Kanülen und Spritzen, medizinische Bandagen oder Intraokularlinsen. Eine zweite Unterkategorie machen alle Produkte des Tissue Engineerings aus, also Prothesen, Herzschrittmacher, Passteile, Implantate und künstliche Gelenke. Die dritte Unterkategorie sind Produkte für Rehabilitation und Behindertenversorgung wie Gehhilfen und Rollstühle, Prothesen und Orthesen und Geräte für die respiratorische Heimtherapie.

Da Medizin zunehmend technische Lösungen einsetzt und auch die Umweltproblematik einen immer höheren Stellenwert einnimmt, steigt die Bedeutung von systemübergreifenden Lösungen. Bei der Entwicklung von biomedizinischer Technik arbeiten Ingenieure und Mediziner eng zusammen, auch in biologisch basierten Arbeitsgruppen mit Fokus auf Gewebe- und Zelltechnik, Biomechanik und Materialeigenschaften. Das Forschungsfeld der Biomedizintechnik ist weit gespannt und durch ein hohes Innovationspotenzial gekennzeichnet. Spezialisierungen finden zum Beispiel auf den klinischen Gebieten der Audiologie, Anästhesie, der medizinischen Informatik, der Geräteentwicklung und des Gerätemanagements, der Augenheilkunde oder der Rehabilitationstechnik statt. Eine wachsende Bedeutung kommt dem Tissue Engineering zu, das sich mit dem Ersatz oder der Unterstützung von Organen durch technische Lösungen befasst. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Wechselwirkung von biologischen, auch künstlich hergestellten Systemen mit rein mechanischen Systemen.